Marianne, wie viel Schlaf braucht ein Neugeborenes?
Bei uns Menschen sieht die Natur eher vor, dass wir so klein wie möglich und soweit entwickelt wie nötig sind, bis wir das Licht der Welt erblicken.
Wir Frauen bringen die Kinder nach ca. neun Monaten auf die Welt, weil wir die Kinder aufgrund ihrer rasch zunehmenden Größe zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr durch unser Becken gebähren und über unseren Mutterkuchen weiter ernähren könnten.
Was uns als Baby das Überleben sichert, sind frühkindliche Reflexe, wie z. B. der Mororeflex, der für unseren ersten tiefen Atemzug sorgt oder der Such- und Saug- und Schluckreflex, welche reflekto- risch dafür sorgen, dass wir ernährt werden können. Es gibt eine Vielzahl frühkindlicher Reflexe,
die ab dem 3. Lebensmonat sukzessive abgebaut werden.
Welchen Schlafrhythmus empfiehlst du für Säuglinge?
Wie wir (Eltern) alle wissen, gibt anfangs das Baby den Schlafrhythmus vor. Bereits in der Schwanger- schaft spüren wir werdenden Mütter anhand der Aktivität des Babys im Bauch, dass ein Baby meist abends/zur Nacht aktiver ist als tagsüber. Dies spiegelt sich meistens mit der Tag-/Nachtaktivität des Neugeborenen: Tagsüber, vor allem vormittags gerne langer Schlaf, abends/nachts aktiv.
Ist es aber endlich zur Ruhe gekommen, schlafen gesunde Frischgeborene gerne bis zu 4-5 Stunden. Warum? Weil es unserem Biorhythmus entspricht.
Ein gesunder, erholsamer Schlaf geht einher mit natürlichen Pausen für das Verdauungssystem. Und nicht jeder Pieps, den das Baby von sich gibt bedeudet: Hunger!! Interpretiert den „Pieps“ doch einfach mal mit einem „Kann ich mal anders liegen?“
Meistens schläft das Baby dann seelenruhig weiter. Und sollte doch Hunger der Grund gewesen sein, wird es sich schon bemerkbar machen ...
Ich kenne natürlich die Empfehlungen, dass Babys regelmäßig gefüttert und dafür auch geweckt werden sollen, was sicherlich in dem einen oder anderen Fall auch sinnvoll ist, aber wir sind als Schwangere ja auch nicht regelmäßig nachts aufgestanden um etwas zu essen, damit das Baby versorgt ist.
Die Betonung liegt aus meiner Sicht auf dem „Rhythmus“. Babys haben den erstmal nicht. Darum ist es so wichtig, ihnen diesen erst einmal beizubringen und somit einen geregelten Tages- und Nachtablauf zu schaffen.
Wenn ein Baby nachts nicht durchschläft, woran kann das liegen?
Das kann ich nicht mit einem Satz beantworten. Darüber könnte ich ein Buch schreiben. Aber um trotzdem kurz die häufigsten Gründe zu nennen: Möglicherweise findet das Kind keine bequeme Schlafposition(en), um entspannt liegen zu können. Bei uns Menschen sieht die Natur eher vor, dass wir so klein wie möglich und so weit entwickelt wie nötig sind, bis wir das Licht der Welt erblicken und wir unseren natürlichen Biorhythmus erst noch finden/lernen müssen, bedeutet das, dass das Ver- dauungssystem ständig auf Hochtouren arbeitet. Dies kann zu nächtlichen Bauchschmerzen, Blä- hungen und Verdauungsschwierigkeiten führen, die auch mal den Schlaf rauben.